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Presshonig – Forschungsstand und Vergleiche

Drei zusammengeführte Fachtexte in Eigenleistung recherchiert

Anlehnung an die Literaturquellen mit Bezug auf Hof ERD, Bornheim (Demeter)

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Presshonig – Forschungsstand und Qualitätsmerkmale

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Ein in Eigenleistung recherchierter Überblick über wissenschaftliche Studien im Vergleich zu Schleuderhonigmit besonderem Bezug auf Hof ERD, Bornheim (Demeter)

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1. Was ist Presshonig?

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Presshonig ist Honig, der durch mechanisches Auspressen ganzer, brutfreier Honigwaben gewonnen wird – ohne Schleudern, ohne Erwärmen über 45 °C und ohne weitergehende Filtration. Diese Methode ist die älteste Form der Honigernte: Vor der Einführung der Honigschleuder durch Major von Hruschka im Jahr 1865 wurde Honig ausschließlich gepresst oder aus der Wabe getropft. Heute ist Presshonig eine bewusste handwerkliche Entscheidung, die eine Reihe messbarer qualitativer Unterschiede gegenüber dem heute üblichen Schleuderhonig erzeugt (Honigmanufaktur Eggers 2024; Feine Biohonige 2025).

Rechtlich definiert die deutsche Honigverordnung Presshonig als Honig, der durch Pressen der brutfreien Waben ohne oder mit Erwärmung auf höchstens 45 Grad Celsius (Demeter < 35 °C, Hof ERD bei Raumtemperatur) gewonnen wird. Presshonig entspricht damit dem, was in der wissenschaftlichen Literatur als Rohhonig (englisch: raw honey) bezeichnet wird: unerhitzt, ungefiltert, mit vollständig erhaltenen Enzymen, Pollen und Wachspartikeln (Feine Biohonige 2025).

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2. Herstellungsprozess

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Die verdeckelten Waben – also Waben, bei denen die Bienen den reifen Honig durch eine dünne Wachsschicht versiegelt haben – werden aus den Rähmchen geschnitten, zerkleinert und in einer Presse (z. B. Fruchtpresse, Korbpresse) bei Hof ERD in Raumtemperatur ausgepresst. Der austretende Honig fließt durch ein grobes Sieb, behält aber Wachspartikel, Pollen und feine Propolis-Anteile bei. Da die Waben beim Pressen zerstört werden, müssen die Bienen neue Waben aufbauen – was in einem naturnahen Imkereibetrieb wie Hof ERD (Demeter) als Vorteil gilt, da altes, potenziell belastetes Wachs regelmäßig erneuert wird (Imkado 2025; Trachtgold 2024).

Die Erträge sind deutlich geringer als beim Schleudern; Presshonig ist daher zeitaufwändiger in der Herstellung und in der Regel teurer im Verkauf. Er wird in kleinen Chargen, von Hand und ohne mechanische Belastung der Waben gewonnen (Feine Biohonige 2025).

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3. Zentrale Vergleichsstudie: Presshonig vs. Schleuderhonig (2016)

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Die meistzitierte wissenschaftliche Studie zu Presshonig wurde im September 2016 in der Fachzeitschrift Food Chemistry veröffentlicht:

Nutritional and mineral contents of honey extracted by centrifugation and pressed processes

Die Studie kam zu folgenden zentralen Ergebnissen (zitiert nach Bienen-Honig.de 2016; Imkado 2025):

Presshonig enthält gegenüber Schleuderhonig derselben Herkunft deutlich höhere Gehalte an Gesamtproteinen, Gesamtlipiden, Gesamtkohlenhydraten, Flavonoiden und Ascorbinsäure (Vitamin C). Der Mineralstoffgehalt – darunter Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Eisen, Lithium und Zink – ist im Presshonig ebenfalls signifikant erhöht. Der Pollengehalt in gepressten Honigproben war 5,6-fach höher als in geschleuderten Proben. Auf dieser Grundlage kam die Studie zu dem Schluss, dass Presshonig als eigenständiges Produkt mit höherem Mineralgehalt und größeren Nährwerteigenschaften eingestuft werden kann.

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4. Polyphenole, Enzyme und antioxidative Wirkung

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4.1 Extraktionsmethode und Polyphenolgehalt

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Eine kroatische Studie (Eingang im Journal Foods, veröffentlicht 2025) untersuchte den Einfluss von Jahreszeit, Stockposition und Extraktionsmethode auf den Polyphenolgehalt und die antioxidative Aktivität von Akazien- und Kastanienhonig. Sie stellte fest, dass die Zentrifugation in den meisten untersuchten Proben die Gesamtpolyphenole und die antioxidative Kapazität (FRAP-Methode) reduzierte – allerdings nicht immer einheitlich und abhängig von Honigsorte und Jahreszeit. Die nicht-zentrifugierten Proben zeigten tendenziell höhere Werte (Einhorn et al. 2025 / NCBI PMC11858134).

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4.2 Enzymaktivität als Qualitätsmerkmal

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Für die Beurteilung der Naturbelassenheit von Honig gelten Enzymaktivitäten als zentrale Qualitätsparameter, insbesondere die Invertaseaktivität und die Diastasezahl. Das Niedersächsische Landesinstitut für Bienenkunde (LAVES) nennt die Invertaseaktivität als direktes Maß für schonende, nicht-erhitzte Verarbeitung. Da Presshonig weder erwärmt noch stark mechanisch beansprucht wird, bleibt die Enzymaktivität vollständig erhalten – im Gegensatz zu Honig, der auf über 40 °C erhitzt wurde, um Kristallisation zu verhindern oder die Haltbarkeit zu verlängern (Feine Biohonige 2025; LAVES nach Imkado 2025).

Eine polnische Studie (PMC8122680, 2021) bestätigte, dass rohe, unerhitzte lokale Honige gegenüber importierten, thermisch verarbeiteten Honigen signifikant höhere antioxidative und enzymatische Aktivität sowie einen höheren löslichen Proteingehalt aufweisen. Diese Befunde gelten sinngemäß auch für Presshonig als extremste Form des unerhitzten, ungefilterten Honigs.

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4.3 Glucoseoxidase und antibakterielle Wirkung

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Glucoseoxidase (GOX) ist ein Enzym, das Bienen bei der Honigproduktion aus ihren Hypopharyngealdrüsen in den Nektar abgeben. Bei Verdünnung – etwa beim Auftragen auf Wunden oder beim Einrühren in lauwarme Flüssigkeiten – setzt GOX Wasserstoffperoxid frei, das die primäre antimikrobielle Wirkung von Honig begründet. Pasteurisierung und Erhitzung verringern die GOX-Aktivität deutlich. In Presshonig, der nicht erhitzt wurde, bleibt GOX vollständig aktiv (ScienceInsights 2026; Feine Biohonige 2025).

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5. Pollengehalt und Desensibilisierung bei Allergien

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Der 5,6-fach höhere Pollengehalt im Presshonig gegenüber Schleuderhonig ist nicht nur ein Qualitätsmerkmal in Bezug auf Nährstoffe, sondern hat auch immunologische Relevanz. Blütenpollen enthalten vollständige Proteine mit allen essenziellen Aminosäuren, B-Vitamine, Mineralstoffe und Flavonoide. Im Schleuderhonig verbleiben Pollen größtenteils in den Wabenzellen und werden nicht in den Honig überführt (Feine Biohonige 2025).

Mehrere Studien weisen darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von pollenhaltigem Honig aus der eigenen Region zu einer langsamen Desensibilisierung des Immunsystems bei Pollenallergikern beitragen kann. Eine 2010 durchgeführte Pilotstudie – häufig zitiert im Zusammenhang mit Birkenpollen-angereichertem Honig – zeigte, dass dieser Effekt nur eintritt, wenn tatsächlich ausreichend Pollen im Honig enthalten sind. Da diese Voraussetzung beim Schleuderhonig in der Regel nicht erfüllt ist, gilt Presshonig für diesen Anwendungsbereich als der geeignetere Honigtyp (Feine Biohonige / Lübecker Presshonig 2023).

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6. Kritische Einordnung und Grenzen der Studienlage

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Die Forschungslage zu Presshonig ist nach wie vor begrenzt. Es gibt keine große Zahl kontrollierter klinischer Studien, die spezifisch Presshonig als Kategorie untersuchen. Die meisten Studien beziehen sich auf rohen, unerhitzten Honig (raw honey) allgemein oder vergleichen Extraktionsmethoden nur als Nebenvariable. Einige wichtige Einschränkungen sind zu beachten:

Erstens hängen die Ergebnisse stark von der botanischen Herkunft des Honigs ab – Lavendelhonig, Waldhonig und Wiesenhonig unterscheiden sich grundlegend in Polyphenolprofil und Enzymaktivität, unabhängig von der Extraktionsmethode. Zweitens hat Werner von der Ohe vom LAVES in einer Stellungnahme im Bienenjournal darauf hingewiesen, dass der höhere Pollengehalt im Presshonig auch mehr Pestizidrückstände bedeuten kann, wenn der Honig nicht aus ökologischem Anbau stammt. Für Demeter-Betriebe wie Hof ERD, die ohne Pestizide arbeiten, entfällt dieses Argument jedoch (Imkerforum 2014, nach von der Ohe / LAVES). Drittens sind viele der positiven Aussagen zu Presshonig bisher aus Beobachtungsstudien und Produktvergleichen gewonnen – randomisierte kontrollierte Studien speziell zu Presshonig fehlen weitgehend.

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7. Bedeutung für Hof ERD, Bornheim

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Hof ERD gewinnt seinen Honig nach traditioneller Methode durch Pressen aus Naturwaben – ohne Mittelwände, ohne Schleudern, ohne Erhitzen. Das Hof eigene Lavendelfeld (22.000 Pflanzen Lavandula angustifolia) liefert als Tracht einen zusätzlich aromatisch intensiven Presshonig mit vollständig erhaltenem Pollenspektrum der Vorgebirgsflora.

Auf Basis der vorliegenden Studienlage lassen sich für Hof ERD folgende wissenschaftlich belegbare Qualitätsaussagen treffen: Der Presshonig von Hof ERD enthält aufgrund der Extraktionsmethode signifikant mehr Pollen (ca. 5,6-fach gegenüber Schleuderhonig), höhere Mineralstoff- und Flavonoidgehalte sowie vollständig aktive Enzyme (Glucoseoxidase, Invertase, Diastase). Da der Betrieb als Demeter-zertifizierter Hof ohne Pestizide wirtschaftet, ist der höhere Pollengehalt unbelastet und stellt einen zusätzlichen Qualitätsvorteil dar. Für Pollenallergiker aus der Region Bonn/Bornheim ist der lokal gewonnene Presshonig mit seinem regionalen Pollenspektrum besonders interessant.

Die schonende Herstellung entspricht dem, was die Forschung unter dem Begriff Rohhonig (raw honey) als qualitativ hochwertigste Honigkategorie beschreibt – mit maximaler Enzymaktivität, minimalem Verarbeitungsgrad und vollständig erhaltenem natürlichem Inhaltsstoffprofil.

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Presshonig vs. Schleuderhonig

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Ein in Eigenleistung recherchierter Vergleich anhand wissenschaftlicher Gütekriterien

mit Bezug auf Hof ERD, Bornheim (Demeter- Presshonig)

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1. Einleitung

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Honig ist nicht gleich Honig – schon die Art der Gewinnung beeinflusst die Qualität messbar. Die beiden gängigsten Methoden sind das Pressen (Presshonig) und das Schleudern (Schleuderhonig). Während Schleuderhonig seit der Erfindung der Honigschleuder durch Major von Hruschka (1865) die dominante Methode der modernen Imkerei ist, erlebt Presshonig als handwerkliche Spezialmethode eine Renaissance – nicht zuletzt wegen seiner nachweislich höher en Nährstoffdichte.

Dieses Dokument vergleicht beide Methoden anhand wissenschaftlicher Gütekriterien. Als regionaler Referenzpunkt dient der Lavendel-Presshonig des Demeter-Hofs ERD in Bornheim (Vorgebirge bei Bonn), der seine Bienenwaben nach traditioneller Methode kalt presst.

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2. Herstellungsverfahren im Vergleich

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2.1 Presshonig

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Beim Pressen werden die verdeckelten, brutfreien Honigwaben vollständig aus den Rähmchen geschnitten, zerkleinert und in einer Presse (z. B. Korbpresse, Fruchtpresse) ausgepresst. Der Honig fließt durch ein grobes Sieb; Wachspartikel, Pollen und feine Propolis-Anteile bleiben großenteils erhalten. Da die Waben dabei zerstört werden, müssen die Bienen neue bauen – was bei naturnahen Betrieben wie Hof ERD (Demeter) als Vorteil gilt, da altes, potenziell rückstandsbelastetes Wachs regelmäßig erneuert wird. Die Honigverordnung definiert Presshonig als durch Pressen brutfreier Waben ohne oder mit Erwärmung auf höchstens 45 °C (Demeter < 35°C, Hof ERD = Raumtemperatur) gewonnenen Honig.

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2.2 Schleuderhonig

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Beim Schleudern werden die Waben entdeckelt (Wachsdeckel entfernt) und in eine Honigschleuder eingehängt. Durch Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Wabenzellen herausgeschleudert. Die Waben bleiben dabei erhalten und können mehrfach wiederverwendet werden, was wirtschaftlich effizienter ist. Die Pollen bleiben großteils in den Wabenzellen und gelangen kaum in den Honig. Je nach Betrieb und Ziel wird der Honig während oder nach dem Schleudern erwärmt, um die Abfüllung zu erleichtern oder Kristallisation zu verzögern – was die Enzymaktivität beeinträchtig.

 

 

 

3. Vergleich anhand zentraler Guetekriterien

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Die folgende Tabelle stellt Presshonig (grün hinterlegt) und Schleuderhonig (gelb hinterlegt) nach 24 Kriterien gegenueber:

Kriterium

Presshonig

Schleuderhonig

Bewertung

Gewinnung

Mechanisches Auspressen ganzer brutfreier Naturwaben; keine Zentrifuge; keine Erwärmung

Entdeckeln der Waben + Schleudern durch Zentrifugalkraft; Waben bleiben erhalten

Presshonig aufwändiger; Schleuderhonig effizienter und ertragereicher

Temperatur

Max. 45 °C (Honigverordnung); meist kalt gepresst ohne jede Erwärmung

(Demeter < 35 °C, Hof ERD = Raumtemperatur)

Oft 30–40 °C beim Schleudern; Abfüllung teils höher (bis 60 °C) bei industrieller Verarbeitung

Presshonig thermisch schonender; Industrieschleuder oft zu warm

Waben nach Ernte

Waben werden zerstört; Bienen bauen neu (regelmäßige Wabenerneuerung)

Waben bleiben erhalten und werden wiederverwendet

Presshonig: natürliche Wabenerneuerung, weniger Rückstandsanreicherung im Wachs

Pollengehalt

5,6-fach hoeher als Schleuderhonig (Food Chemistry 2016); Pollen werden mechanisch herausgepresst

Gering; Pollen bleiben größtenteils in Wabenzellen; geringer Eintrag ins Endprodukt

Presshonig deutlich pollenreicher; relevant für Allergiedesensibilisierung und Nährstoffgehalt

Enzymaktivität

Vollständig erhalten: Glucoseoxidase (GOX), Invertase, Diastase, Amylase

Je nach Verarbeitung reduziert; Erhitzung zerstört Enzyme; schonendes Schleudern erhält sie

Presshonig strukturell sicherer; Schleuderhonig qualitätsabhängig

Glucoseoxidase (GOX)

Vollständig aktiv; produziert H2O2 bei Berührung mit Feuchtigkeit (antibakteriell)

Bei Erhitzung stark reduziert; bei kaltem Schleudern weitgehend erhalten

Presshonig zuverlässig aktiv; Schleuderhonig nur bei schonender Verarbeitung

Mineralstoffe

Signifikant höher: K, Ca, Mg, Na, Fe, Li, Zn (Food Chemistry 2016)

Geringer; teils durch Filtration und Erhitzung reduziert

Presshonig messbar mineralstoffreicher

Flavonoide / Antioxidantien

Deutlich höher (Food Chemistry 2016); sortenabängig (Lavendel, Linde, Klee etc.)

Geringer; Flavonoide hitze- und lichtempfindlich

Presshonig antioxidativ stärker; besonders bei aromatischen Trachten

Gesamtproteine

Hoeher (Food Chemistry 2016); vollständige Aminosäurenprofile

Geringer; Schleudern und Filtern reduziert Proteingehalt

Presshonig proteinreicher

Ascorbinsaeure (Vit. C)

Hoeher nachgewiesen (Food Chemistry 2016)

Geringer; Oxidation und Erwärmung reduzieren Vitamin C

Presshonig vitaminreicher

Wachs / Propolis

Enthält feine Wachspartikel und Propolis-Anteile; antibiotisch, antiviral, antimykotisch

Keine oder kaum Wachspartikel; Propolis bleibt in Waben

Presshonig mit Zusatznutzen durch Propolis; Schleuderhonig visuell klarer

Farbe / Trübung

Dunkler, trüber, gelblich-bernsteinfarben durch Pollen, Wachs und Propolis

Klar bis leicht trüb; sortentypische Farbe je nach Tracht

Geschmackssache; Trübung des Presshonigs ist Zeichen fuer Naturbelassenheit

Geschmack / Aroma

Intensiver, kräftiger, trachttypisch; komplexes Aromaprofil durch Wachs und Propolis

Trachttypisch, klarer; bei Industriehonig oft mild und gleichförmig

Presshonig aromatisch vielschichtiger; Schleuderhonig sortentypisch klarer

Kristallisation

Natürliche Kristallisation; schneller als Schleuderhonig durch höhere Pollenanzahl

Sortentypisch; kann durch Filtern und Wärme verzögert werden

Kristallisation ist Qualitätsmerkmal, kein Fehler

Haltbarkeit

Mehrere Jahre bei kühler, dunkler Lagerung; höhere antimikrobielle Aktivität

Mehrere Jahre; bei Erhitzung länger flüssig, aber qualitätsreduziert

Vergleichbar; Presshonig mit höherem Naturschutz durch GOX und Propolis

Ertrag pro Volk

Deutlich geringer; ca. 30–50 % weniger als Schleuderhonig

Höher; Waben mehrfach verwendbar; Standard der Erwerbsimkerei

Schleuder wirtschaftlicher; Press-Honig Nischenprodukt mit Premiumpositionierung

Rückstandsbelastung Wachs

Gering: Waben werden nach Ernte erneuert; keine Anreicherung von Rückständen

Hoeher bei alten Waben: Pestizide, Varroa-Mittel können sich im Wachs ansammeln

Presshonig hygienisch vorteilhaft; besonders relevant bei konventioneller Imkerei

Pestizidreste im Pollen

Bei Demeter/Bio: kein Risiko; bei konventionell: erhöhtes Risiko durch höhere Pollenmenge

Geringer Pollengehalt = geringeres Pestizidrisiko bei konventionell

LAVES-Hinweis: höhere Pollenmenge = höhere Rückstandsmöglichkeit bei konventionell; bei Bio kein Problem

Eignung fuer Allergiker

Sehr gut bei Demeter/Bio: lokal gewonnener Pollen zur Desensibilisierung empfohlen

Weniger geeignet durch geringen Pollengehalt

Presshonig klar vorteilhaft fuer regionale Pollenallergie

Produktionsaufwand

Sehr hoch: Handarbeit, Wabenzerkleinerung, Pressung, sofortige Verarbeitung noetig

Moderat: mechanisierbar; Schleudereinsatz effizient skalierbar

Schleuderhonig industriell skalierbar; Presshonig Handwerksprodukt

Guetezeichen

Honigverordnung (max. 45 °C); Demeter/Bio-Siegel; Rohhonig-Standard

Honigverordnung; DIB-Siegel (Echter Deutscher Honig); Bio-Siegel möglich

Beide gut reguliert; Presshonig dank Rohhonig-Standard klar positioniert

Fälschungsrisiko

Sehr gering; Naturwaben-Pressung kaum älschbar

Moderat; Mischungen und Importe schwer nachzuweisen ohne Pollenanalyse

Presshonig sicherer; Schleuderhonig importanfälliger

Studienlage

Food Chemistry 2016 (Nährstoffe); Kroatische Studie 2025 (Polyphenole); Pilotstudie 2010 (Pollen/Allergie)

Breite allgemeine Honigforschung; Qualitätsparameter gut etabliert

Presshonig: wachsende spezifische Datenlage; Schleuderhonig: breiter allgemeiner Forschungsstand

 

 

 

 

4. Zentrale Studienbefunde

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4.1 Food Chemistry-Studie 2016

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Die meistzitierte wissenschaftliche Vergleichsstudie (Nutritional and mineral contents of honey extracted by centrifugation and pressed processes, Food Chemistry 2016) kam zu folgenden Kernergebnissen: Presshonig enthält gegenüber Schleuderhonig derselben Herkunft signifikant höhere Gehalte an Gesamtproteinen, Gesamtlipiden, Flavonoiden und Ascorbinsäure. Der Mineralstoffgehalt (K, Ca, Mg, Na, Fe, Li, Zn) ist im Presshonig ebenfalls nachweislich höher. Der Pollengehalt in gepressten Honigproben war 5,6-fach höher als in geschleuderten Proben. Fazit der Studie: Presshonig kann als eigenständiges Produkt mit höherem Mineralgehalt und größeren Nährwerteigenschaften eingestuft werden.

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4.2 Kroatische Studie 2025 (Polyphenole)

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Eine Studie im Journal Foods (2025, NCBI PMC11858134) untersuchte den Einfluss der Extraktionsmethode auf Polyphenolgehalt und antioxidative Aktivität. Sie stellte fest, dass Zentrifugation in den meisten untersuchten Proben die Gesamtpolyphenole und die antioxidative Kapazität (FRAP) reduzierte – wenn auch nicht immer einheitlich. Nicht-zentrifugierte Proben zeigten tendenziell höhere Werte.

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4.3 Kritische Gegenstimme (LAVES)

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Werner von der Ohe vom LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz) wies darauf hin, dass der höhere Pollengehalt im Presshonig bei konventioneller Imkerei auch mehr Pestizidruckstände bedeuten kann, da Pollen als Träger von Pflanzenschutzmittelrückständen gilt. Für Demeter-Betriebe wie Hof ERD, die ohne Pestizide wirtschaften und darauf achten, dass ihre Beuten im Landschaftsschutzgebiet oder ähnliche Flächen stehen, entfällt dieses Risiko vollständig – der höhere Pollengehalt ist dort ausschließlich vorteilhaft.

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5. Fazit und Empfehlung

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Presshonig und Schleuderhonig sind keine grundsätzlich verschiedenen Produkte – beide sind naturbelassener Bienenhonig. Die Unterschiede entstehen durch den Verarbeitungsprozess und sind wissenschaftlich messbar. Presshonig ist in mehreren Schlüsselparametern (Pollengehalt, Mineralstoffe, Enzyme, Flavonoide) dem Schleuderhonig überlegen und entspricht dem, was die Forschung als Rohhonig mit maximaler Naturbelassenheit definiert.

Schleuderhonig ist wirtschaftlich effizienter, liefert höhere Erträge und ist bei schonender Verarbeitung (kaltes Schleudern, keine Erwärmung, minimale Filtration) ebenfalls ein hochwertiges Naturprodukt. Industriell erhitzter oder stark gefilterter Schleuderhonig aus dem Discounter ist demgegenüber qualitativ deutlich schwächer.

Fuer Hof ERD in Bornheim gilt: Der Presshonig aus Demeter-Naturwaben vereint alle Vorteile des Presshonigs – vollständig aktive Enzyme, 5,6-fach höhere Pollendichte, höhere Mineralstoffgehalte und den natürlichen Rüstungsschutz durch Propolis – mit der Qualitätsgarantie des Demeter-Anbaus (pestizidfreier Standort). Er eignet sich als Premium-Produkt für Verbraucher, die auf maximale Naturbelassenheit und regionale Herkunft Wert legen.

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Presshonig vs. Manuka-Honig

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Ein in Eigenleistung recherchierter Vergleich anhand wissenschaftlicher Gütekriterien

mit Bezug auf Hof ERD, Bornheim (Demeter- Presshonig)

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1. Einleitung

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Manuka-Honig aus Neuseeland gilt als einer der bekanntesten Premium-Honige weltweit und wird vor allem für seine stark antibakteriellen Eigenschaften geschätzt. Presshonig – als schonendste mögliche Form der Honiggewinnung durch Kaltpressen ganzer Naturwaben – wird demgegenüber oft als unbekannte Alternative wahrgenommen, obwohl er nach aktueller Studienlage in mehreren Qualitätsparametern mit Manuka-Honig mithalten oder ihn sogar übertreffen kann.

Dieses Dokument vergleicht beide Honigtypen anhand zentraler wissenschaftlicher Gütekriterien und gibt eine Einordnung, für welche Anwendungen welcher Honig die bessere Wahl ist. Als regionaler Referenzpunkt dient der Presshonig des Demeter-Hofs ERD in Bornheim (Vorgebirge bei Bonn).

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2. Gütekriterien im Überblick

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2.1 Manuka-Honig: MGO und UMF als Leitparameter

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Das Alleinstellungsmerkmal des Manuka-Honigs ist sein hoher Gehalt an Methylglyoxal (MGO), einem stabilen Zuckerabbauprodukt, das aus dem Vorläufer Dihydroxyaceton (DHA) im Nektar des Manuka-Strauchs (Leptospermum scoparium) entsteht. MGO wirkt direkt antibakteriell, ist hitzestabil und bleibt auch bei Verdünnung wirksam – ideal für die äußerliche Wundanwendung (Feine Biohonige 2026; TU Dresden / Henle 2005).

Zwei Zertifizierungssysteme geben Auskunft über die Qualität: Der MGO-Wert (in mg/kg) misst den reinen Methylglyoxal-Gehalt. Der UMF-Wert (Unique Manuka Factor) der neuseeländischen UMFHA berücksichtigt zusätzlich Leptosperin und DHA und gilt als umfassenderes Qualitätssiegel. Typische Qualitätsstufen reichen von MGO 83+ (Einstieg, UMF 5+) bis MGO 800+ und darüber (therapeutisch, UMF 20+) (Sinja-Shop 2024; Burggold 2024).

Normaler Blütenhonig enthält lediglich 5–20 mg/kg MGO. Manuka-Honig hingegen weist Konzentrationen von 83 bis über 1.000 mg/kg auf – bis zu 100-fach höher (Business Insider 2025; Bienen und Natur 2025).

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2.2 Presshonig: Rohhonig-Standard und Nährstoffdichte

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Presshonig wird rechtlich als Honig definiert, der durch Pressen brutfreier Waben ohne oder mit Erwärmung auf höchstens 45 Grad Celsius (Demeter < 35°C, Hof ERD = Raumtemperatur) gewonnen wird. Er entspricht dem wissenschaftlichen Begriff des Rohhonigs: unerhitzt, ungefiltert, mit vollständig erhaltenen Enzymen, Pollen und Wachspartikeln.

Die zentralen Qualitätsparameter des Presshonigs sind: vollständig aktive Glucoseoxidase (GOX), die peroxidisch-antibakteriell wirkt; ein 5,6-fach höherer Pollengehalt gegenüber Schleuderhonig derselben Herkunft; signifikant höhere Gehalte an Mineralstoffen (K, Ca, Mg, Na, Fe, Zn), Flavonoiden, Proteinen und Ascorbinsäure; sowie hohe Invertase- und Diastaseaktivität als Maß für Naturbelassenheit (Food Chemistry 2016, zitiert nach Bienen-Honig.de 2016).

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3. Vergleich anhand zentraler Gütekriterien

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Die folgende Tabelle stellt Presshonig (grün hinterlegt) und Manuka-Honig (gelb hinterlegt) nach den wichtigsten wissenschaftlichen und praktischen Kriterien gegenueber:

Kriterium

Presshonig (Rohhonig)

Manuka-Honig

Bewertung

Herkunft

Weltweit; regional erhältlich (z.B. Hof ERD, Bornheim)

Ausschließlich Neuseeland / Australien (Leptospermum scoparium)

Presshonig regional; Manuka exotisch mit langen Transportwegen

Gewinnung

Pressen ganzer Naturwaben; ohne Erhitzung; ohne Schleudern

Ueberwiegend Schleudern; teils erhitzt zur Verarbeitbarkeit

Presshonig schonender; Manuka oft industriell verarbeitet

Antibakt. Wirkstoff

Glucoseoxidase (GOX) => H2O2; Polyphenole; Defensin-1; pH-Wert

Methylglyoxal (MGO); hitzestabil; auch im Dünnzustand wirksam

Manuka: spezifischer, stabiler Wirkstoff; Presshonig: breites Wirkspektrum

MGO-Gehalt

5–20 mg/kg (normaler Honig)

83 bis >1.000 mg/kg je nach Stufe

Manuka klar überlegen bei nicht-peroxidischer antibakterieller Wirkung

Glucoseoxidase (GOX)

Vollständig aktiv (nicht erhitzt)

Bei industrieller Verarbeitung reduziert; bei Rohmanuka erhalten

Presshonig vollständig aktiv; Manuka teils eingeschränkt

Polyphenolgehalt

Hoch; sortenabhängig (Lavendel, Linden, Klee etc.)

Moderat; charakteristisches Leptosperin als Echtheitsmerkmal

Sortenabhängig vergleichbar; Presshonig standortspezifisch

Pollengehalt

Bis zu 5,6x höher als Schleuderhonig (Food Chemistry 2016)

Gering (meist gefiltert); Pollen kein Qualitätsmerkmal

Presshonig deutlich pollenreicher; relevant fuer Allergiedesensibilisierung

Enzymaktivität

Vollständig erhalten (Invertase, Diastase, GOX)

Abhängig von Verarbeitung; Rohmanuka vollständig erhalten

Beide gut bei Rohqualität; Presshonig strukturell sicherer

Mineralstoffe

Deutlich höher als Schleuderhonig (K, Ca, Mg, Na, Fe, Zn)

Vergleichbar mit anderen Honigsorten; kein Spezifika

Presshonig nachweislich mineralstoffreicher (Food Chemistry 2016)

Gütezeichen

Honigverordnung; Demeter/Bio-Siegel; Rohhonig-Standard

MGO-Wert (mg/kg); UMF-Siegel (Unique Manuka Factor); Laboranalyse

Manuka strengere Zertifizierung nötig wegen Fälschungsrisiko

Fälschungsrisiko

Gering (regionale, transparente Produktion)

Hoch; Markt mit zahlreichen Fälschungen und Streckungen

Presshonig sicherer; Manuka ohne Zertifikat problematisch

Hauptanwendung

Täglicher Genuss; Ernährung; Allergiedesensibilisierung

Wundheilung (topisch); starke Infektionen; gezielte Kuren

Komplementäre Anwendungsbereiche; kein direkter Ersatz

Geschmack/Aroma

Standort- u. trachtspezifisch; vielfältig (z.B. Lavendel, Linde)

Kräftig, erdig, karamellartig; eigenständiges Profil

Presshonig aromatisch vielfältiger; Manuka sehr charakteristisch

Ökologischer Fußabdruck

Gering bei regionaler Produktion; kurze Wege

Hoch durch Flug-/Schiffstransport aus Neuseeland (ca. 18.000 km)

Presshonig klar besser fuer Klimabilanz

Preis (2025/2026)

ca. 15–45 EUR / 500 g (Presshonig Demeter/Bio)

MGO 100+: ca. 25 EUR / 250 g; MGO 400+: ca. 79 EUR / 500 g; MGO 800+: ca. 130 EUR / 500 g

Manuka 3–15x teurer je nach MGO-Stufe

Verfügbarkeit

Ganzjährig beim regionalen Imker; begrenzte Chargen

Saisonal begrenzt (Blüte 4–6 Wochen); hohe Nachfrage

Presshonig zuverlässiger verfügbar

Studien/Belege

Food Chemistry 2016 (Nährstoffe); Pilotstudie 2010 (Pollen/Allergie); mehrere Rohhoig-Reviews

Umfangreich: Wundheilung (MRSA), antibakteriell, antioxidativ; TU Dresden 2005 (MGO)

Manuka besser erforscht; Presshonig wachsende Datenlage

 

4. Antibakterielle Wirkmechanismen im Detail

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4.1 MGO (Manuka): nicht-peroxidische Wirkung

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Methylglyoxal wirkt antibakteriell, indem es essenzielle Biomoleküle (Proteine, DNA, Enzyme) chemisch verändert und dadurch den Stoffwechsel und die Vermehrung von Bakterien blockiert. Dieser Mechanismus ist unabhängig von Verdünnung, Licht und Temperatur – ein entscheidender Vorteil fuer die topische Wundbehandlung und bei antibiotikaresistenten Keimen wie MRSA (Bienenundnatur 2025; Imkado 2025).

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4.2 GOX (Presshonig): peroxidische Wirkung

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Glucoseoxidase produziert in Anwesenheit von Feuchtigkeit kontinuierlich Wasserstoffperoxid (H2O2) – ein körpereigenes antimikrobielles Molekül. Dieser Mechanismus wird von Polyphenolen, Defensin-1 und dem niedrigen pH-Wert des Honigs unterstützt. Er ist hitzesensitiv: Erhitzung über 40 Grad Celsius reduziert die GOX-Aktivität erheblich. In rohem Presshonig bleibt GOX vollständig aktiv (Feine Biohonige 2026; ScienceInsights 2026).

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4.3 Europaeische Honige als Manuka-Alternative

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Mehrere Studien haben gezeigt, dass europäische Honigsorten in bestimmten Bereichen mit Manuka-Honig vergleichbar oder diesem überlegen sind. Heidehonig (Calluna vulgaris) zeigt in manchen Tests eine stärkere antibakterielle Wirkung als Manuka-Honig, insbesondere gegen bestimmte Bakterienarten. Thymianhonig und weitere griechische Honigsorten wiesen in Studien der Aristoteles-Universität Thessaloniki teilweise ähnlich starke oder höhere antioxidative und antibakterielle Aktivität auf (Imkado 2025; Aroma-Delikatessen 2025). Buchweizenhonig erzielte in manchen Untersuchungen beim Einfangen freier Radikale (antioxidative Kapazität) sogar bessere Werte als Manuka-Honig.

Diese Befunde relativieren den exklusiven Sonderstatus des Manuka-Honigs und zeigen, dass hochwertige europäische Presshonige – gerade aus aromatischen Trachten wie Lavendel, Linde oder Heidekraut – im Alltag eine wissenschaftlich begründbare Alternative darstellen können.

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5. Fazit und Empfehlung

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Manuka-Honig und Presshonig sind keine direkten Konkurrenten, sondern komplementäre Produkte mit unterschiedlichen Stärken. Manuka-Honig hat durch seinen einzigartigen MGO-Wirkstoff eine klar belegte Spezialwirkung bei topischer Wundbehandlung und spezifischen Infektionen – hierfür gibt es keine gleichwertige Alternative aus Europa. Die umfangreiche Studienlage und die strengen Zertifizierungssysteme (MGO, UMF) bieten zudem ein hohes Maß an Qualitätssicherheit, sofern auf geprüfte Produkte geachtet wird.

Presshonig hingegen punktet als täglich genutzter Qualitätshonig mit deutlich höherem Nährstoffgehalt, vollständig aktiven Enzymen, regionalem Pollenspektrum (relevant für Allergiedesensibilisierung) und einem sehr viel besseren ökologischen Fußabdruck. Er ist für den Alltagsgebrauch, als Brotaufstrich, in lauwarmen Getränken und zur allgemeinen Immununterstützung die sinnvollere Wahl – und das zu einem Bruchteil des Manuka-Preises.

Für Hof ERD in Bornheim gilt: Der Lavendel-Presshonig aus Demeter-Naturwaben ist ein wissenschaftlich belegbares Premiumprodukt mit vollständig erhaltenen Enzymen, regionalem Pollenspektrum des Vorgebirges und hohem Nährstoffgehalt. Er eignet sich hervorragend für den täglichen Einsatz und stellt – besonders für Verbraucher, die auf regionale, nachhaltige und naturbelassene Produkte Wert legen – eine vollwertige Alternative zu Manuka-Honig dar.

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Literaturverzeichnis

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Konsolidiertes Verzeichnis aller in den drei Texten verwendeten Quellen (alphabetisch, Mehrfachnennungen zusammengeführt).

Aroma Delikatessen (2025): Griechischer Honig vs. Manuka Honig. Online unter: https://www.aroma-delikatessen.de/blog-griechischer-honig-besser-als-manuka-honig [abgerufen Juni 2026].

Bienen-Honig.de (2016): Klare Empfehlung für Presshonig – Zusammenfassung der Food Chemistry-Studie 2016. Online unter: http://bienen-honig.de/klare-empfehlung-fuer-presshonig [abgerufen Juni 2026].

Bienenundnatur.de (2025): Manuka-Honig aus Neuseeland: Wirkung, Qualität und Tipps zum Kauf. Online unter: https://www.bienenundnatur.de/imkerpraxis/honig/manuka-honig-neuseeland-wirkung-qualitaet-tipps-kauf-1122 [abgerufen Juni 2026].

Burggold (2024): Qualitätsstufen – Manuka Honig. Online unter: https://burggold.com/manuka-honig-wissen/qualitaetsstufen/ [abgerufen Juni 2026].

Business Insider Deutschland (2025): Manuka-Honig für 100 Euro: Warum er so teuer ist. Online unter: https://www.businessinsider.de/panorama/manuka-honig-fuer-100-euro-warum-er-so-teuer-ist-und-worauf-ihr-achten-solltet/ [abgerufen Juni 2026].

Feine Biohonige (2025): Entdecken Sie den besten Presshonig für Genuss. Online unter: https://www.feine-biohonige.at/pages/presshonig [abgerufen Juni 2026].

Feine Biohonige / Mitterer & Müller (2025): Was ist Presshonig? Die ursprüngliche Art der Honiggewinnung. Online unter: https://www.feine-biohonige.at/blogs/blog/was-ist-presshonig-die-ursprungliche-art-der-honiggewinnung [abgerufen Juni 2026].

Feine Biohonige / Mitterer & Müller (2026): Manuka-Honig vs. Bio-Presshonig – MGO, GOX & was wirklich zählt. Online unter: https://www.feine-biohonige.at/blogs/blog/manuka-honig-vs-bio-presshonig-mgo-gox-vergleich [abgerufen Juni 2026].

Hof ERD (2024): Imkerei und Lavendel auf dem Demeter-Hof ERD in Bornheim. Online unter: https://www.hof-erd.de [abgerufen Juni 2026].

Honigmanufaktur Eggers (2024): Presshonig – Herstellung und Besonderheiten. Online unter: https://honigmanufaktureggers.de/pages/presshonig [abgerufen Juni 2026].

Imkado (2025): Beeindruckende heimische Alternativen zu Manuka-Honig. Online unter: https://imkado.de/blogs/imkern-allgemein/alternativen-zu-manuka-honig [abgerufen Juni 2026].

Imkado (2025): So gelingt dir Presshonig: Traditionelle Methode für moderne Imker. Online unter: https://imkado.de/blogs/imkern-allgemein/so-gelingt-dir-presshonig [abgerufen Juni 2026].

Imkerforum (2014): Empfehlungen für Presshonig – Diskussion zur Stellungnahme von Werner von der Ohe (LAVES). Online unter: https://www.imkerforum.de/forum/thread/39211-empfehlungen-fuer-presshonig/?pageNo=5 [abgerufen Juni 2026].

Lübecker Presshonig / Wir sind Lübeck (2023): Presshonig – Ein Naturprodukt mit vielen Nährstoffen. Online unter: https://wir-sind-luebeck.de/bezahlte-werbung/luebecker-presshonig/ [abgerufen Juni 2026].

Maorika (2023): MGO und UMF – Unterschied und Vergleich. Online unter: https://maorika.de/blogs/manuka-honig/mgo-und-umf [abgerufen Juni 2026].

Mittis-Imkerei (2024): Honigernte – Presshonig, Schleuderhonig, Wabenhonig. Online unter: https://mittis-imkerei.de/honigernte/ [abgerufen Juni 2026].

NCBI PMC8122680 – Dżugan, M. et al. (2021): The Comparison of Physicochemical Parameters, Antioxidant Activity and Proteins for the Raw Local Polish Honeys and Imported Honey Blends. Online unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8122680/ [abgerufen Juni 2026].

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ScienceInsights (2026): What Is Raw and Unfiltered Honey and Why It Matters. Online unter: https://scienceinsights.org/what-is-raw-and-unfiltered-honey-and-why-it-matters/ [abgerufen Juni 2026].

Sinja-Shop (2024): MGO und UMF – Qualitätsmerkmale für echten Manuka Honig. Online unter: https://www.sinja-shop.de/blog/mgo-und-umf-qualitaetssiegel-manuka-honig/ [abgerufen Juni 2026].

TU Dresden / Henle, T. (2005): Nachweis von Methylglyoxal (MGO) als Hauptwirkstoff in Manuka-Honig. Erstpublikation 2005; zitiert nach maorika.de. Online unter: https://maorika.de/pages/manuka-honig-preis [abgerufen Juni 2026].

Trachtgold (2024): Wabenhonig oder Schleuderhonig – Unterschiede. Online unter: https://trachtgold.de/blog-wabenhonig-schleuderhonig-presshonig-unterschiede.html [abgerufen Juni 2026].

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